Annemarie (+18)

Annemarie
Vorwort

Guten Abend. Mein Name lautet Michael Weber, ich bin, oder besser gesagt, ich war erfolgreicher Banker. Ich lebte bis zu einem Vorfall der mein Leben veränderte in einer glücklichen Familie mit zwei Kindern, ein Junge und ein Mädchen und war glücklich verheiratet mit einer bezaubernden Frau, Lisa Weber. Einige Leser dieses Textes werden sich nun wahrscheinlich fragen, welchen Vorfall ich denn meine. Nun…ich werde versuchen alles möglichst detailliert und kurz zusammenzufassen. 

Handlung

An dem Tag des besagten Ereignis hatte ich Feierabend und kehrte gerade von meiner Arbeit als Banker zurück zu meiner Familie. Mein Vater, Paul Weber, war zu Besuch. Ihr müsst wissen…meine Mutter starb vor einigen Jahren als sie bei meiner noch lebenden Großmutter zu Besuch war. Die Ärzte sagten, sie sei durch einen Sturz von der Treppe des Hochhauses gestorben. Doch ich und mein Vater schenken dieser Theorie bis heute keinen Glauben. Denn wir konnten definitiv hören, wie sie die Treppe runtergeschubst wurde, von irgendeiner Person. Aber das ist ein Thema, über das ich nicht gerne rede. Kommen wir zu meiner Großmutter, Ursula Weber: Sie ist sehr alt, 97 Jahre um genau zu sein. Sie lebte immer gesund und das sieht man ihr auch an. Ursula ist und war immer schon Vegetarierin und betrieb viel Sport. Leider hat sie seit geraumer Zeit Alzheimer, weswegen ich und mein Vater sie oft besuchen kommen, um nach ihr zu sehen. So hatten wir auch heute die Idee, nach unserer geliebten Oma vorbeizuschauen und ihr eventuell was mit zu bringen.

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Wir trafen gegen 20:30 bei ihrem Hochhaus ein. Was mir immer auffiel, war die Tatsache, dass das Hochhaus im Vergleich zu den anderen Hochhäusern in der Gegend immer um einiges kleiner war. Es hatte nur 10 Stockwerke. Ursula lebte im 10. Stock. Wir gingen rauf und sie empfing uns mit Freude. Ursula, mein Vater und ich amüsierten uns prächtig, bis wir um zirka 21:15 ins Gespräch um meine tote Mutter kamen. Uns plagte immer noch die Frage nach dem „Warum“ und „Wie“. So entschieden wir uns, den Unfallort, die Treppe zum Keller, genauer anzusehen. 

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Mein Vater und ich gingen runter während Ursula in ihrer Wohnung wartete, sie kann nicht mehr so gut gehen. Da im Keller kein Strom ist, nahmen wir eine Taschenlampe zu Hilfe. Wir begutachteten die Unfallstelle genau und konnten immer noch den Blutfleck sehen, den meine Mutter dort hinterlassen hatte. Ich und Paul, mein Vater, hielten eine Schweigeminute ab. Diese wurde abrupt unterbrochen als mein Vater eine Tür bemerkte. Es war nicht die gewöhnliche Tür zum Allgemein-Keller, sondern scheinbar eine Wohnungstür. Sie hatte die Nummer 01.

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Jetzt wurde mir endlich klar, warum ich in meiner Kindheit nie eine Tür mit der Aufschrift 01 im Erdgeschoss finden konnte. Aber zurück zum Thema. Auf der besagten Tür stand die Aufschrift „Annemarie Weber“, also anscheinend der Name der Besitzerin. Da ein Weber sich im Namen befand, schloss ich daraus, dass sie mit uns verwand zu sein schien. Ich fragte meinen Vater, wer denn diese Annemarie Weber sei und folgender Dialog fand statt:

„Vater, wer ist diese Annemarie Weber?“
„Alles was ich weiß ist, dass sie mit dir mehr oder weniger verwandt ist..oder war.“
„Sie war?“
„Ja. Sie starb vor langer Zeit, irgendeine Krankheit hatte sie, ist ja auch egal..Ich will darüber kein Wort verlieren.“
„Wieso nicht?“
„Sei still! Gehen wir jetzt rauf!“
„Warte Vater! Ich will noch etwas probieren!“ Ich versuchte die Tür aufzumachen, doch sie schien versperrt zu sein.

„Scheiße! Sie ist verschlossen!“
„Kein Wunder…Komm, gehen wir nach oben, wir haben noch viel zu tun!“
„Okay…“

Wir gingen wieder rauf. Natürlich fragte ich meine Großmutter, was das denn sein sollte, doch sie gab mir ähnliche Antworten wie mein Vater. Beide wurden immer leicht aggressiv wenn ich sie auf Annemarie ansprach. Doch nach einer langen Konversation machten wir uns auf den Heimweg. Zuhause angekommen ging mir diese Tür immer noch nicht aus dem Kopf, und so kam es dazu, dass ich mich nachts auf den Weg zu dem Hochhaus machte um die Tür diesmal genau zu untersuchen. Neben einer Taschenlampe nahm ich auch eine Schaufel zur eventuellen Beseitigung von Hindernissen und einen Dietrich zum Öffnen der Tür mit. Dort Angekommen ging ich in den Keller, zu der unheimlichen Tür. Mithilfe des Dietrich konnte ich zwar das Schloss knacken, doch die Tür ging trotzdem nicht auf. Hatte sie jemand etwa verbarrikadiert? Ich nahm die Schaufel und schlug gegen die Tür, doch obwohl sie aus einfachem Holz war, ging sie nicht kaputt..egal wie fest ich schlug. Ich gab auf…

Am Boden rechts von der Tür bemerkte ich ein Foto eines jungen Mädchens mit einer Aufschrift. „Annemarie Weber, 1956-1964, Die Liebe stirbt nie, mein Kind“. 

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Scheinbar starb das Mädchen auf irgendeine Art und Weise…Was mich sehr wunderte, war, dass das Mädchen eine eigene Wohnung zu besitzen schien, da ja ihr Name auf der Tür oben stand. Ich hielt mein Ohr an die Tür der Wohnung um reinzulauschen, ich dachte mir, vielleicht hör ich ja was. Doch alles was in mein Ohr eindrang war eine wunderschöne Melodie…ein Klavierstück, wahrscheinlich von einem Plattenspieler abgespielt…es klang so schön, dass ich mein Ohr nicht mehr wegbewegen wollte. Doch ich merkte, dass die Musik sich der Tür näherte und immer scheußlicher wurde. Aus Angst zog ich meinen Kopf weg und rannte in das Erdgeschoss. Dort erwartete mich bereits meine aufgebrachte Großmutter und hielt mir eine Predigt ab, was ich denn für ein Mensch sei und so weiter..

Nachdem sie mich raus schmiss vernahm ich wieder die Musik..sie verfolgte mich bis nach Hause. Seit dieser Nacht hörte ich, immer wenn es ganz leise war, die Musik in weiter Ferne, wie sie näher kam. Das gipfelte als ich eine Nacht allein zuhause war. Ich vernahm die Musik wieder und diesmal klang sie noch schöner, so schön, dass sie mich schon fast nach der Quelle lockte. Vielleicht war es ja die schönste Melodie der Welt… Wie auch immer, in dieser Nacht konnte ich Annemarie Weber für einen kurzen Moment lang sehen. Sie befand sich neben meiner Tür und führte mit mir einen Dialog…fragt nicht wieso sie hier war bzw. wie dies überhaupt zu Stande kommen konnte..Es gibt keine Antwort dazu….Sie war einfach da:

„Wa…Was..zum….Du? W..Wer…Wer bist du?“
„Mein Name ist Annemarie Weber.“
„Wieso bist du…hier? Du bist doch….tot, oder?“
„Der Tod ist bloß eine Illusion..eine Übergang zu einem anderen Universum.“
„Was?“
„Du hast mich schon verstanden.“
„Was willst du von mir?“
„Ich wollte dir nur eine Melodie zeigen…Ich habe ein Klavier und..“

Ganz plötzlich verschwand Annemarie, weil meine Frau, Lisa, mit den Kindern angekommen war. Ich erzählte ihnen nichts, da ich wusste, sie würden mich für verrückt halten. 

Ich begann mit Nachforschungen zum Thema Annemarie Weber, ich durchsuchte das Internet, doch ich fand nichts wirklich brauchbares! Eigentlich klar, dass man nichts findet wenn man nach einem Toten sucht, der schon seit mehr als 40 Jahren tot ist. Die nachfolgenden Tage verfolgte mich immer wieder die Melodie und andere seltsame Ereignisse fanden statt…immer ganz nebenbei. Zum Beispiel spazierte ich eines Abends durch den Park und konnte in weiter Ferne folgenden Satz wahrnehmen: „Runter! Komm runter“ Es wurde immer lauter und aggressiver, bis es schließlich endete und zu einem Donnern mutierte. Dieses „Donnern“ hielt für die ganze Nacht an und ich konnte keine Sekunde schlafen, da mich nicht nur das, sondern auch ein ständiges Klopfen am Fenster wach hielt. 

Am nächsten Tag war ich nicht in der Lage zu arbeiten und ich saß zu Hause nur da und dachte nach. Ich dachte darüber nach wie ich mich am besten und am schnellsten umbringen konnte. Dieser Wahnsinn zwang mich fast in den Suizid. Alles wurde immer skurriler und verrückter…von allen Seiten hörte ich die Melodie und andere komische Geräusche…und dann dieses scheiß Klopfen an meinem Fenster! WAS IST HIER NUR LOS?!
Ich fuhr mit dem Auto zu dieser Keller-Tür…nahm wieder meine Ausrüstung mit…nur diesmal nahm ich auch Sprengstoff mit. Vor der Tür zum Zimmer 01 begegnete ich meinem Vater. Er stand mit dem Gesicht zur Tür..Er war ganz still. In seiner rechten Hand hatte er einen geladenen Revolver. Ich merkte, wie sehr er aufgebracht war. Auf meine Sätze reagierte er nicht. Schlussendlich reagierte er nur auf diesen einen Satz: 

„Mach Platz! Ich will hier rein! Sonst spreng ich hier alles weg!“
„Du gehst zurück.“
„Nein! Dieser Wahnsinn muss aufhören!!“
„Du tust was ich sage…Du tust sofort das was ich dir sage…Verdammte scheiße TU WAS ICH DIR SAGE!!!“
„Was ist mit dir los, Vater?“ Er nahm die Pistole und zielte auf mich.

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„Ich habe dir gesagt, du sollst nicht mehr über Annemarie sprechen!“
„Warum?“
„Du Narr…Sie war todkrank, aber hochbegabt. Sie besaß ein Klavier…um genauer zu sein…sie war eigentlich die Schwester deiner Großmutter. Aufgrund ihrer hoch-ansteckenden Krankheit bekam sie eine eigene Wohnung an einem Ort, wo keiner ist und wo sie auch keinen anstecken kann! Verdammt sie hat fast alles bekommen nur wegen ihrer Krankheit. Eines Nachts starb sie..aber nicht durch die Krankheit, sondern durch einen Sturz von der Treppe. Irgendeine unbekannte Kraft hat sie dort runter gestoßen.. Und seither ist alles anders…Das Hochhaus ist aus irgendeinem Grund geschrumpft…Wie soll ich es anders sagen, es verlor an Stockwerken…Keine Ahnung wie!“
„…..“
„Da staunst du, was? Und ja, sie ist schuld, dass deine Mutter gestorben ist. Sie ist schuld an den ganzen unheimlichen Dingen in letzter Zeit. Auch mich verfolgt sie…und daran bist NUR DU SCHULD! UND JETZT BEKOMMST DU WAS DU VERDIENST HAHHAHAHA“ 

Er versuchte auf mich zu schießen, aber ich konnte ihm die Waffe rechtzeitig aus der Hand schlagen. Ich erschoss meinen Vater und sprengte die Tür. Die Wohnung sah auf den ersten Blick ganz normal aus…doch irgendwie war was anders.

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Als ich weiter hinein ging, sah ich Farben die ich bis dato noch nie gesehen habe. Auch andere Dinge, die besser unausgesprochen bleiben, bekam ich zu Gesicht. Wunderschöne, so wie auch schreckliche Dinge. Und dann war da Annemarie. Sie spielte am Klavier…und sie sah furchbar aus…von ihrer Krankheit gezeichnet. Sie stand auf und führte mich zu einem Eingang. 
Ich bezeichne den Ort, der sich hinter diesem Eingang befand, als die Hölle. Näheres will ich nicht dazu sagen…aber es war das schlimmste was ein Mensch nur sehen konnte. Und überall war wieder diese Melodie…diesmal in einem fast schon unerträglich lautem Ton. Annemarie erzählte mir die furchtbarsten Dinge die in dieser Welt passiert sind. Von Massenmorden, bis Vergewaltigungen…bis ins letzte Detail. Vermutlich dauerte es Tage bis sie fertig war mit dem Erzählen. Ich hatte doch eh schon jegliches Zeitgefühl verloren… Danach führte sie mich raus, und als ich draußen war, bemerkte ich, dass alle Bewohner des Hochhauses, auch meine Großmutter, tot auf einem Haufen lagen. Die Polizei, die das Haus schon längst umstellt hatte, nahm mich sofort fest.

Jetzt habe ich es endlich geschafft aus der Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher zu entfliehen. Bei mir habe ich nur diesen Zettel und ein Seil, welches ich schon um einen Baum gewickelt habe. Ich werde Annemarie in ihr Reich folgen, während dieses Reich für die meisten für immer verborgen bleiben wird. Man kann mich für verrückt erklären, aber es ist für euch Menschen vermutlich besser, wenn ihr weiterhin im Dunkeln tappt.

 

 
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